• K. Werner

"Ans Meer" - Roadmovie von René Freund

Bücher können einen immer wieder überraschen. Warum mich "Ans Meer" von René Freund überrascht hat und ob das im positiven oder im negativen Sinn war, erfährst du hier.

Urlaubslektüre die Nächste bitte... Wenn man sich den Rückentext von René Freunds Buch "Ans Meer" durchliest ist der erste Satz gleich "Carla ist krank." Ok...da schluckt man gleich mal. Etwas unbekümmert hab ich das Buch in meinen Rucksack gepackt... Mich hat es dann doch etwas Überwindung gekostet es zu lesen, weil ich fürchtete der Urlaubs-Vibe würde durch eine Geschichte über Tod und Traurigkeit ruiniert.


Und dann kam die Überraschung: Es war kein Buch über Traurigkeit und das Ende des Lebens. Ganz im Gegenteil. Es ging eigentlich ums lebendig werden. René Freund erzählt in "Ans Meer" die Geschichte vom Busfahrer Anton, der tagein, tagaus, jahrein, jahraus dieselbe Strecke mit seinem Bus fährt. Lange Zeit war das für ihn ok, aber seit er Doris kennengelernt hatte (seine Nachbarin) spürt er wie unzufrieden er mit seinem ehemaligen Traumberuf ist. Er möchte ausbrechen aus seinem getakteten Leben und der Überfürsorglichkeit seiner Mutter.


Dann überschlagen sich die Ereignisse: Carla leidet an Krebs. Ihre Tochter begleitet sie jeden Tag zu den Therapien. Carla hat nicht mehr lange zu leben und sie hat die Schnauze voll von den vielen Therapien. Ihr Traum: Sie möchte noch einmal ans Meer. In ihre Bucht. Nachhause nach Italien. Das ist der Auftakt zu einem hinreißend liebenswürdigen, komischen literarischen Roadmovie mit einem Bus voller spezieller Individuen, die jeder für sich ihr Päckchen zu tragen haben und plötzlich zu einer unverhofften Reise aufbrechen. Das Buch schreit nach einer Verfilmung - ich hab schon Milan Peschel als Busfahrer vor meinen Augen!


René Freunds "Ans Meer" ist ein kurzweiliges Lesevergnügen, das uns auf humorvolle Art und Weise vor Augen führt, dass das Leben viel zu kurz ist um es zu vergeuden.

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