• K. Werner

"Bleiben" von Judith Taschler

Eine Zufallsbekanntschaft als Wendepunkt im Leben. Vier Menschen, vier Perspektiven. Neugierig?

Fleix, Paul, Max und Julia. Sie lernen sich auf einer Reise nach Rom zufällig kennen. Sie sitzen im selben Zugabteil. Was sie gemeinsam haben: Sie alle sind an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Der eine gibt dem anderen eine Adresse und eine Telefonnummer, weil der eine Wohnung in Wien sucht. Die Frau, sie hat ihr Cello mit, vereinbart sich mit einem der Männer am nächsten Tag in Rom zu treffen, eigentlich möchte sie nach Assisi pilgern. Man trinkt gemeinsam zwei Flaschen Rotwein. Nach diesen wenigen gemeinsamen Stunden im Zug gehen sie wieder getrennte Wege.


Ein halbes Leben später treffen sie durch Fügung (oder Schicksal) wieder aufeinander. Julia ist mittlerweile mit Paul verheiratet. Max ist Maler und Felix im Marketing tätig. Julia beginnt eine Affäre mit Felix, obwohl sie Paul eigentlich liebt. Wie es ausgeht verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: In der Mitte nimmt die Geschichte doch eine sehr ungeöhnliche Wendung und kommt plötzlich von der Oberflächlichkeit einer Dreiecksbeziehung in eine neue Dimension der Ernsthaftigkeit. Am Ende steht eine Hymne auf das Leben - darauf, dass es großartig ist auf der Welt zu sein. Ein Wunder. Wir sollten es genießen.


Gerade diese Hymne auf das Leben hat mich schlussendlich an diesem Buch begeistert. Judith Taschler fragt mit "Bleiben" danach, was bleibt, wenn man geht. Wir sollten jeden Tag umarmen, jeden Tag schätzen an dem wir die Augen aufmachen gesund sind, in Frieden leben und im Idealfall auch noch jemanden haben mit dem wir all das Wunderbare teilen können.


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