• K. Werner

Colin Cotterill: "Dr. Siri und seine Toten"

Als vorletzten Halt unserer Krimi-Weltreise gibt es heute mit "Dr. Siri und seine Toten" noch einen Krimi-Kulturschock. Wir reisen nach Südostasien, genauer gesagt nach Laos und zu Dr. Siri und seinen Toten.

Asien ist auf meiner realen Reiselandkarte noch ein komplett weißer Fleck. Die Länder dieses Teils der Welt kenne ich nur aus Filmen und Romanen. Leider ist bei der Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg im Englischunterricht in der Oberstufe nicht viel hängen geblieben - oder die Jahre (immerhin mittlerweile zwanzig an der Zahl) haben die harten Fakten verblassen lassen. Asien bedeutet für mich vor allem eines: Essen.


Durch das Falter Bücherforum bin ich auf Colin Cotterill und "Dr. Siri und seine Toten gestoßen". Für mich ein Paradebeispiel dafür, dass Lesen (auch von Krimis) ganz stark unser Wissen über die Welt bilden und prägen kann. Laos war für mich bis zur Lektüre nur eines jener Länder, die irgendwie vom Vietnamkrieg erfasst waren. Nach den ersten Seiten von Dr. Siris erstem Fall begann ich dann mal zu googeln. Laos ist das einzige Binnenland in Südostasien und eingekeilt zwischen China, Myanmar/Birma, Thailand, Kambodscha und Vietnam. Und: Dort ist der Kommunismus noch immer federführend. Cotterill greift all die Eigenheiten dieses Landes wunderbar auf und verwebt sie mit den Ermittlungen seines Helden Dr. Siri


Für mich leitet dieser Krimi eine wundervolle letzte Etappe meiner sommerlichen Krimireise ein. Noch einmal zumindest in Gedanken wirklich weit weg reisen. Eine andere Kultur kennenlernen und dabei Spannung bis zum Schluss erleben. Colin Cotterills "Dr. Siri und seine Toten" ist eine sehr gelungene Mischung aus Kriminalroman und Kultur- und Reiseführer, der mit Augenzwinkern auch auf das politische System blickt.



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