• K. Werner

"Der Steinesammler"

Reibung. Manche Bücher reiben sich an der Seele. Sie bringen Unruhe. Man greift nicht so leicht zu ihnen, weil sie zu sehr ein Spiegel sind. "Der Steinesammler" von Norbert Scheuer ist ein solcher Text für mich. Warum erfährst du in den nächsten Zeilen.

"Der Steinesammler" erzählt von Anton Braden, einem einfachen jungen Mann, der zwei Leidenschaften besitzt: Steine und seine Jugendliebe Milli. Die Steine sind verlässlich. Milli hingegen kommt und geht wie es ihr gefällt. Ihr Leben wird bestimmt von ihrer Drogensucht, die immer wie ein Gummiball in den Roman hineinspringt. Warum sie auf die schiefe Bahn geraten ist bleibt ein Geheimnis. Man kann nur vermuten, dass es der Versuch war sich aus dem engen Korsett des ländlichen Elternhauses zu befreien.


Genau das reibt. Die Nähe, das Dazugehörenwollen und das doch nicht Dazugehören. Dieser Wunsch endlich Ruhe zu finden. Nach Hause zu kommen. Zu genügen. Und es doch immer wieder nicht zu schaffen. Fortgetrieben zu werden. Sind die Drogen Millis Sucht, so ist Milli Bradens Sucht. Braden hält sich selbst gefangen in seinem Job im Steinbruch, seine Rückfälle, die er durch Milli erfährt. Die LKWs und ihre stündlichen Routen schneiden die Welt in zwei Teile. Den einen Teil, in dem Braden lebt und den Rest der Welt.


Eigentlich wäre Glück ja so einfach. Und doch gelingt es nicht. Vor allem dann nicht, wenn wir es von anderen Menschen abhängig machen. Doch wie gelingt es sich selbst glücklich zu machen? Ohne Dinge, ohne Menschen? Wie gelingt es auch die liebsten Menschen zu behüten? Sie davor zu bewahren sich unglücklich zu machen? Sie davor zu bewahren falsch abzubiegen auf der Straße des Lebens?


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