• K. Werner

"Der zweite Reiter" - Ferienlektüre II

Schon vor einem Jahr bin ich durch eine Kollegin auf die Autorin Daniela Larcher alias Alex Beer und ihren Kommissar August Emmerich gestoßen. Weshalb es trotzdem so lange gedauert hat, dass ich den ersten seiner Fälle "Der zweite Reiter" in die Finger bekommen habe, erfährst du im heutigen Blogbeitrag.

Bereits in den letzten Sommerferien stieß ich durch Zufall auf den Namen Alex Beer. Ich traf mich mit einigen Kolleginnen auf einen Kaffee in den Sommerferien. Dort erzählte eine Deutschlehrerin ganz begeistert von Alex Beer und dass die Krimis wirklich fesselnd seien. Damit war meine Aufmerksamkeit geweckt und die Jagd nach dem ersten Band der August Emmerich Reihe "Der zweite Reiter" begann.


Zuerst wollte ich mir das Buch in der lokalen Bücherei ausborgen, aber es war ständig verliehen. Dann fragte ich einmal bei der Kollegin an, ob ich mir das erste Buch von diesem Alex Beer von ihr ausleihen könnte. Daraufhin wurde ich mit einem "Ja klar, nehm ich dir mit! Alex Beer ist aber übrigens eine Frau!" aufgeklärt. Ich fühlte mich dabei etwas ertappt...obwohl ich eine Feministin bin dachte ich bei Alex Beer zuerst an einen Mann... Die Kollegin vergaß und als ich sie das nächste Mal fragte, hatte sie es einer anderen Kollegin geliehen, die in einen Langzeitkrankenstand gegangen war...also war es wieder nichts mit diesem Buch. Dann kam Corona und ich entdeckte rebuy für mich (ein Onlineshop für gebrauchte Bücher). Obwohl es "Der zweite Reiter" mittlerweile als Taschenbuch gibt, wird es dort (im Verhältnis zu anderen gebrauchten Büchern) noch fast zum Neupreis angeboten bzw. war es lange Zeit überhaupt vergriffen...das Stück ist also begehrt. Im Mai hatte ich Gott sei Dank Geburtstag und nachdem die Läden wieder offen hatten und wir auch den Geburtstag nachfeiern konnten, bekam ich von der besten Schwiegermutter der Welt einen Gutschein für den Buchhändler meines Vertrauens. Wie ich schon an anderer Stelle angeführt habe war das ja mit dem Lesen in Coronazeiten so ein Ding. Zu viel bin ich nicht gekommen neben Homeoffice, Haushalt, Kinderbetreuung und Fortbildung...


Dann endlich: Letzter Schultag. Ab in den Buchladen. Zuerst sah es so aus als wäre das verdammte Buch schon wieder nicht lagernd, aber dann fand es die Verkäuferin doch. Nun hatte ich in der ersten Ferienwoche auch noch unsagbares Glück mit dem Wetter: Es regnete fast ständig. Zeit zum Lesen.


Ja, ich kann bestätigen, dass es einen Grund gibt, weshalb das Buch überall ausverkauft oder verliehen ist. Es ist wirklich ein ausgezeichneter Krimi. August Emmerich ist einer jener Männer, die aus den Schrecken des ersten Weltkrieges nachhause zurückkehren konnten. Zuhause, das ist Wien. Wien 1919. Alex Beer schafft es in einer sehr rasanten, originellen Erzählweise (der Wiener Dialekt und das Gscherte G'red darf nicht fehlen) das historische Flair dieser Zeit wieder auferstehen zu lassen. Wien hatte damals nicht mehr viel von der glanzvollen Stadt, die sie heute wieder ist. Sie war geprägt von Hunger, Kälte, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Tod. Auch für August Emmerich läuft es nicht so. Zu Beginn hat er alles, was man in dieser Zeit als kleines Glück bezeichnen kann: Eine Frau, zwei Kinder, eine warme, trockene Wohnung und etwas zum Essen auf dem Tisch. Doch dann beginnt dieses kleine Glück sich zu wenden und er wird schließlich selbst des Mordes bezichtigt.


Ob August Emmerich nun wirklich selbst der Mörder war, der so kaltblütig einen um den anderen alten Kameraden abmurgst musst du schon selbst herausfinden. Ich kann nur sagen: Meine Jagd nach "Der zweite Reiter" von Alex Beer hat sich absolut gelohnt. Der zweite Fall von August Emmerich liegt schon bereit und wartet auf den nächsten Regentag, der ja schon bald kommen soll.



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