• K. Werner

"Die ewigen Toten" - Ein Krimi-Thriller der Extraklasse

Wer glaubt, dass es Mumien nur in Ägypten gibt wird im neuen David Hunter Abenteuer von Samuel Beckett eines Besseren belehrt. Mitten in London wird auf dem Dachboden eines alten, aufgelassenen Krankenhauses eine Mumie entdeckt. Aber das soll nicht die letzte Leiche bleiben, die dort entdeckt wird...


Düster. Das ist die richtige Beschreibung für die Begebenheiten, in die der Forensiker David Hunter immer wieder gerät. Vor Jahren (und ja, es sind mittlerweile so viele, dass ich nicht mehr genau sagen kann vor wievielen) bin ich zufällig - damals noch am Wiener Westbahnhof - auf den ersten Thriller um David Hunter gestoßen. Die Chemie des Todes. Seitdem lässt mich das "David Hunter Fieber" nicht mehr los.


Normalerweise versuche ich ja Texte, soweit möglich, im Original zu lesen. Die Bücher von Simon Beckett sind die Ausnahme. Vermutlich, weil ich auch das erste Buch in der deutschen Übersetzung gelesen habe und es mich derart gefesselt hat, dass ich der Klasse der deutschen Fassung vertraue. Die Romane, die meist nur einen Zeitraum von wenigen Tagen abdecken, sind in einer Intensität gehalten, die einen die Bücher kaum aus der Hand legen lässt.


"Die ewigen Toten" ist bereits der sechste Fall, bei dem wir den forensischen Anthropologen David Hunter begleiten. Sein tägliches Geschäft ist die dunkle Seite des Menschen. Mord. Totschlag. Genozid. Terror. Verwesung. CSI in literarischer Qualität. Dabei bleibt auch das persönliche Drama nicht außen vor. War es mir im letzten Buch "Totenfang" fast etwas zuviel, so hat sich dieses persönliche Drama auf ein angemessenes und gut verträgliches Maß reduziert.


Im Vordergrund steht der Fall einer mumifizierten Leiche, die zufällig auf dem Dachboden eines verlassenen, abbruchreifen Krankenhauses im Norden Londons gefunden wurde. Doch an diesem verlassenen Ort warten noch viele düstere Geheimnisse darauf entdeckt zu werden.


Geschickt führt uns Simon Beckett an der Hand von Doktor Hunter in das nördliche London. Einen Teil der Stadt der mehr den Immobilienspekulanten gehört als der echten Londoner Bevölkerung. In einen Stadtteil wo leistbarer Wohnraum knapp geworden ist und wo es zu sozialen Spannungen kommt. Aber ist das auch das Motiv für den Mord?


Ich werde es hier nicht verraten, aber eine absolute Empfehlung für "Die ewigen Toten" aussprechen. Eigentlich wollte ich mir das Buch als Chill-Out-Lektüre für meinen Urlaub in Prag aufheben. Aber nach den ersten Seiten konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Also: Viel Spaß beim Lesen & Licht anlassen, wenn du dich zu sehr fürchtest!


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