• K. Werner

"Die Geschichte des Wassers" - Ein Bestseller auf dem Prüfstand

Maja Lunde wird seit ihrem ersten Roman "Die Geschichte der Bienen" gehiped wie kaum eine zweite Autorin zur Zeit. Es ist halt grade hip grün zu sein. Ich habe mir ihr zweites Buch "Die Geschichte des Wassers" zu Gemüte geführt. Wie es mir gefallen hat erfährst du in diesem Beitrag.

Maja Lunde erzählt in ihrem Roman "Die Geschichte des Wassers" aus zwei Perspektiven. Zum einen aus jener der alternden Umweltaktivistin Signe und zum anderen aus der des Flüchtlings David. Die Geschichten liegen unbestimmte Zeit auseinander, vermutlich jedoch wenige Jahre, vielleicht ein Jahrzehnt.


Signe ist eine Umweltaktivistin und Journalistin aus Norwegen, die ihrem Ex-Lebensgefährten Magnus die Umweltzerstörung in ihrer Heimat vor Augen halten will. Man hat begonnen den Gletscher für sein Eis abzubauen nachdem man die Flussläufe für die Stromgewinnung zerstört hat. Sie packt einige Kisten Gletschereis ein und macht sich auf den Weg nach Frankreich zu Magnus.


David ist ein Flüchtling. Offenbar ist in Europa ein Krieg um die Wasserressourcen ausgebrochen. Dürre hält Frankreich schon das fünfte Jahr in Folge im Griff. Durch einen Brand wurde er von seiner Frau und seinem Sohn getrennt, vermutlich sind sie tot. Alles was ihm bleibt ist Lou, seine kleine Tochter, mit der er sich auf in ein Flüchtlingscamp macht.


Die Geschichten verbinden sich gegen Ende des Buches nachdem sie längere Zeit lose nebeneinander hergelaufen sind. Ich finde weder den Erzählstil noch die Erzählung an sich fesselnd. Für mich ist die Betrachtungsweise zu fatalistisch (die Zukunftsvorstellung von Davids Welt) und zu naiv auf der anderen Seite (Signes Aktivitäten). Etwas, das ich generell am aktuellen Klimadiskurs verabscheue. Wenn wir es nicht schaffen einen positiven Entwurf unserer Zukunft zu schaffen und ständig nur zu lamentieren und sinnlose Aktionen zu setzen, so wie Signe es tut, ohne wirklich Veränderung schon im Kleinen zu bewirken, dann werden wir allerdings genau dort landen wo David sich befindet.


Erzählerisch und sprachlich finde ich "Die Geschichte des Wassers" wenig gelungen. Die Erzählung fesselt mich weder emotional noch durch die verwendete Sprache. Ich kann es getrost als "Ja, ich hab Maja Lunde gelesen" abhaken. Werde aber in Zukunft keine weitere Zeit mehr mit ihr verschwenden. Da gibt es eine Reihe von besseren Büchern zum Thema Klimaschutz. Aber es ist natürlich jeder eingeladen sich selbst ein Bild davon zu machen.


P.S.: Meine Tipps zum Thema Klimaschutz bei Büchern

1) Leihen statt kaufen (Bibliotheken, Freunde, Bekannte, Verwandte).

2) Wenn kaufen, dann am besten vor Ort in den lokalen Buchhandlung.

3) Wenn diese das Buch nicht führen und auch nicht bestellen können, muss man viele Bücher nicht neu kaufen, sondern kann sie gebraucht erwerben.


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