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  • K. Werner

"Die Kunst der Ausrede" von Thomas Brudermann

Warum fällt es uns so schwer uns klimafreundlich zu verhalten? Welche Schnippchen schlagen wir uns selbst dabei? Thomas Brudermann versucht diesen Fragen in seinem Buch "Die Kunst der Ausrede" auf den Grund zu gehen.

Wer kennt das nicht: Man weiß, dass der Weg zum Supermarkt nur ein Katzensprung ist, hat ein schlechtes Gewissen und nimmt trotzdem wieder das Auto. Oder dass man auf das eine oder andere Stück Fleisch verzichten und stattdessen öfter mal zum Gemüse greifen sollte, da das klimaschonender wäre und isst doch wieder den Schweinsbraten. Warum würden wir gerne klimafreundlich handeln und tun es am Ende doch wieder nicht? Thomas Brudermann, Psychologe und Professor für Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung an der Uni Graz, erklärt in 25 kurzweiligen Kapiteln, welche Mechanismen wir parat haben um uns selbst immer wieder Ausreden für unser Handeln zu liefern. Vom Verschieben auf den Sanktnimmerleinstag bis hin zur reinen Bequemlichkeit mit viel Humor bringt uns Thomas Brudermann das kleine Einmaleins der Verhaltensökonomie bei. Die Lektüre war für mich absolut lohnenswert. Zum einen, weil es einem bei der Selbstreflexion hilft und man sich selbst besser ertappt, wenn man besserem Wissen zum Trotz wieder einmal nicht klimafreundlich handelt. Zum anderen aus meiner Perspektive als Teil der gesetzgebenden Gewalt. Wie können wir Gesetze gestalten um klimafreundliche Entscheidungen zu ermöglichen? Wie die Ausreden nicht mehr so leicht in unseren Kopf kommen. Das Buch macht auch Mut: Gerade, wenn man wieder einmal etwas mutlos ist und sich die Ausrede "Es ist eh alles schon zu spät!" in den Kopf schleichen will, dann findet man in der Lektüre eine klare Antwort: Es ist nie zu spät und jede noch so kleine Handlung zählt.


Die Lektüre von "Die Kunst der Ausrede" sei also jedem, der sich darauf einlassen möchte einen Spiegel für das eigene Verhalten vorgehalten zu bekommen, empfohlen. Mit einigen Gedanken kann ich nicht so einfach mit (z. B. wenn auf den bösen Markt geschimpft wird), aber das gibt ja dann Anlass für eine gute Debatte.


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