• K. Werner

"Ein ganzes Leben" - Ein Kontrapunkt

"Ping" schon wieder eine Nachricht auf Facebook "Gibt es schon Ergebnisse?". "Blop"....Whats App ruft "Wie schaut's aus?". E-Mail für dich. "Mama" ruft es aus dem Nebenzimmer...manchmal sehne ich mich nach Ruhe. Nach Langsamkeit. Gestern auf der Heimreise von Wien fällt mir Robert Seethalers Roman "Ein ganzes Leben" in die Augen. Welche Ruhe wir aus der Literatur ziehen können erfährt ihr in meinem aktuellen Blogbeitrag.


Bahnhöfe spielen für mich eine große Rolle...mindestens einmal pro Woche befinde ich mich auf einem bzw. zweien...weil ich ja meistens irgendwohin fahre...quer durch ganz Österreich...vom Land in die Stadt...und wieder zurück. Land das ist in meinem Fall ein Dorf, das ca. 3500 Seelen zählt. Geprägt von Einfamilienhäsuern, jedes mit seiner eigenen Rutsche und seinem eigenen Sandkasten im Garten. Kinder spielen nebeneinander und nicht mehr miteinander. Es ist ein Ort zwischen Stille und Sturm. Ein Durchfahrtsort mittlerweile ohne großen touristischen Charme...früher war das anders. Ein Anhängsel der in der nächsten Stadt beheimateten Autoindustrie. Richtig still ist es hier nie...zumindest in den letzten Jahren wurden die Autos auf der Bundesstraße immer mehr und auch die Ruhezeit zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens scheint es nicht mehr zu geben. Es brummt ständig. Es ist ständig hell.


Das Buch "Ein ganzes Leben" war an dem Tag als ich es kaufte bis jetzt ein Segen für mich. Es erzählt eine heute kaum mehr vorstellbare Geschichte von einem Mann, der sein ganzes Leben an ein und demselben Flecken Erde verbracht hat. Es erzählt von einer Zeit der Stille und der Langsamkeit. Von Einfachheit. Von Dunkelheit.


Auch unser Romanheld ist so. Andreas Egger. Still. Einfach. Ruhig. Sein Leben wird in kurzen Szenen dargestellt. In einem kurzen Film, der abläuft bevor man stirbt. Die Höhepunkte. Das Absurde. Das Ereignisreiche. Der Krieg. Die Rückkehr. Die erste und einzige wirkliche Liebe. Das Schicksal. Das Überleben. Das Weiterleben. Das Arrangieren. Bis zum Ende.


Für mich war das Buch wie eine Pausetaste. Und ja: Der Roman ist vielleicht etwas kitschig. Aber manchmal braucht man diese Art von Kitsch. Die leichte Überzeichnung. Erst durch sie wird die Frage deutlich, die dieses Buch an den Leser stellt: Ein ganzes Leben? Damals. Ein ganzes Leben. Heute?


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Hier findest du Robert Seethalers Roman "Ein ganzes Leben":



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