• K. Werner

Süchtig nach Neapel

Vor mehr als einem Jahr kaufte ich mir selbst zu Weihnachten den ersten Band "Meine geniale Freundin" der vierteiligen Neapel-Saga von Elena Ferrante. Gelesen habe ich das Buch erst im August im Urlaub in Kroatien. Seitdem bin ich süchtig. Süchtig nach Lila und Lenú. Süchtig nach Neapel.


Inzwischen befinden sich alle vier Teile der Neapel-Saga in meinem Besitz. "Die Geschichte eines neuen Namens" habe ich mir sogar noch auf der Heimfahrt von Kroatien bei der Rast in Graz gekauft. "Die Geschichte der getrennten Wege" und "Die Geschichte des verlorenen Kindes" hat mir das Christkind unter den Weihnachtsbaum gelegt.


Die Geschichte ist im Kern die Geschichte einer Freundschaft. Mit abwechselnder Nähe und Ferne und einer schonungslosen Ambivalenz. Gerade bin ich mittendrin im zweiten Teil der Saga, die in Sanità, einem Stadtviertel von Neapel spielt, das von der Protagonistin Elena nur "Rione", also Viertel, genannt wird.


Das Magische an der Geschichte um Lila und Lenú ist nicht nur die Frage, wer hinter dem Pseudonym der Autorin "Elena Ferrante" steckt. Ob es die Autorin selbst ist die aus ihrem Leben erzählt und wer "Elena" in Wirklichkeit ist. Es ist eine Geschichte die davon erzählt, wie dumm wir Menschen sind, wenn wir verliebt sind. Wie schwierig es ist den richtigen Weg zu finden. Herauszufinden, wo wir hingehören. Uns gegen die Kräfte zu wehren, die uns in den gewohnten Bahnen halten möchten und unsere Großartigkeit, die in jedem steckt, klein machen.


Vielleicht bin ich deshalb so berührt von dieser Erzählung und kann nun den zweiten Band fast nicht aus der Hand legen: In den letzten Jahren nach Abschluss meines Studiums haben sich viele Dinge in meinem Leben verändert. Mit und ohne mein Zutun. Mit und ohne mein Wollen. Meine Bahnen sind etwas durcheinandergeraten. Lila und Lenú sind dabei für mich wie eine Reflexion über mein eigenes Leben, meine eigenen Wünsche, meine eigenen Hoffnungen. Wo stehe ich? Wo möchte ich hingehen? Wer soll mich auf diesem Weg begleiten? Jahreswechsel sind immer Möglichkeiten eines Neuanfangs. Das ist dumm. Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde ist ein Neuanfang. Wir müssen es nur wollen.


Happy New Year!


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