• K. Werner

Elizabeth Gilbert: "Eat - Pray - Love"

Film vs. Buch - das ist hier die Frage und ob "Eat Pray Love" auch mir die Erleuchtung bringt.

Es passiert mir nicht oft, dass ich zuerst den Film zu einem Buch sehe bevor ich das Buch gelesen habe. Bei "Eat - Pray - Love" von Elizabeth Gilbert war das jedoch der Fall. Gesehen habe ich ihn vor einer halben Ewigkeit. Gefallen hat er mir gut. Julia Roberts in Bestform. Ich weiß auch noch, dass ich damals zufällig beim Zappen darauf gestoßen war.


Genauso zufällig bin ich im offenen Bücherregal auf das Buch gestoßen. Der Urlaub lag vor mir und ich dachte mir: "Warum nicht? Der Film war ja ok. Vielleicht werde ich ja erleuchtet?" Gesagt getan, das Buch war eingesteckt und wurde im Urlaub gelesen.


Die Geschichte war mir ja schon bekannt: Mittdreißigerin beschließt sich aus ihrem Alltag in New York auszubrechen, sich scheiden zu lassen und sich ein Jahr Auszeit zu nehmen um in Italien Italienisch zu lernen und zu essen, in Indien in einem Ashram zu meditieren und schließlich in Indonesien bei einem Medizinmann zu leben. Manches läuft wie geplant, manches weniger.


Die Erwartungen an den Schmöker waren hoch. Die ersten Seiten gut, die nächsten zwanzig nicht so, dann wieder besser. Eine Freundin, die das Buch begonnen gehabt hatte, gab zu es nicht fertig gelesen zu haben. Das erste Drittel (Italien) ging flott dahin. Ab Indien spießte es sich schließlich. Tapfer kämpfte ich aber bis zum Schluss. Als Belohnung sah ich mir dann nochmals den Film an um direkt zu vergleichen. Vieles war abgeändert und in weniger Figuren kondensiert. Anderes war dazuerfunden, wie es Hollywood eben macht.


Die Story war prinzipiell nachvollziehbar. Was den Teil in Indien etwas anstrengend machte waren die vielen theoretischen Ausführungen zum Hinduismus und das aufgesetzte Erfüllen der Rituale. Genervt hat mich das Wort "Gott". Auch wenn ich Christin bin, so scheue ich selbst davor zurück diesen Begriff, der für mich immer etwas mit einem alten Mann mit Bart zu tun hat, zu verwenden. Vielleicht bin ich dafür zu rational...


Wenn du also den Film schon gesehen hast, denke ich, dass du verzichten kannst "Eat - Pray - Love" von Elizabeth Gilbert nachzulesen. Die Botschaft hat der Film gut zusammengefasst. Trotzdem glaube ich an diese Botschaft: Man muss im Einklang mit sich selbst sein um das Wesen des Universum ergründen zu können und seinen Platz darin zu finden. Das Buch werde ich wieder ins offene Bücherregal stellen - vielleicht bringt es jemand anderem die erhoffte Erleuchtung. Mir ist sie bislang verwehrt geblieben.



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