• K. Werner

"Im Durcheinander der Liebe"

Francois Lelord wurde durch seine Bücher über "Hector", einen eigentlich erfolgreichen Psychiater, der doch daran verzweifelt seinen Patient*innen kein echtes Glück ermöglichen zu können berühmt. "Im Durcheinander der Liebe" ist weit weniger bekannt, aber trotzdem eine berührende Geschichte über das Leben, die Liebe und das Durcheinander das oft herrscht. Erfahre hier, ob es sich lohnt abseits der Hector-Geschichten auch zu diesem Buch zu greifen.


In "Im Durcheinander der Liebe" erzählt Lelord die Geschichte des Inuk Ulik, der eigentlich mit der Absicht seine Heimat vor der Gier und der zerstörerischen Kraft eines Ölkonzerns zu retten ins Herz Frankreichs kommt. Stell dir vor du kommst aus einem Land in dem du niemals allein bist. In dem Alleinsein den sicheren Tod bedeutet. Aus diesem Land voll Kälte und einem halben Jahr Dunkelheit kommst dunach Paris. In die Stadt der Liebe. In die Stadt der Einsamkeit. Und schon beginnt sich das verwirrende Karusell der Liebe zu drehen. Schneller und immer schneller.


Lelord erzählt in typischer französischer Leichtigkeit die Geschichte von Ulik, über die Irrungen und Wirrungen, die dieser erlebt. Dabei zeichnet er ein nicht immer unumstrittenes Bild von Männern und Frauen. Zugespitzt vesucht er so der Entwicklung unserer Gesellschaft hin zu immer mehr Einsamkeit auf den Zahn zu fühlen. Wie kann es sein, dass wir immer einsamer werden und dann dafür eine Symptombekämpfung wie Callgirls und Callboys einrichten um den Schmerz über diese Einsamkeit zu betäuben? Wir wollen doch alle nur eines lieben und geliebt werden. Warum ist das so schwer?


Wer auf der Suche nach kurzweiliger, leichter, sprachlich geschickter, jedoch nicht zu anspruchsvoller Literatur ist, ist bei Lelord und seinem Inuk Ulik richtig gelandet. Zumindest für die Zeit der Lektüre der 250 Seiten ist man nicht einsam. Man wird begleitet von Ulik, Marie-Alix, dem Musiker Thibault und man erfährt ganz viel "naklik".

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