• K. Werner

"Liebesfluchten" von Bernhard Schlink

Ein weiterer Band mit Kurzgeschichten vom Autor, der durch die Verfilmung seines Romans "Der Vorleser" Weltruhm erlangt hat.

"Liebesfluchten" ist nach "Sommerlügen" nun die zweite Sammlung an Kurzgeschichten von Bernhard Schlink, die ich gelesen habe. Wie der Titel schon erahnen lässt geht es um Beziehungen. Ich möchte nicht schreiben um Liebe. Sie kommt zwar in ihren verschiedenen Facetten vor - von der Besessenheit bis hin zu einer Traumphantasie und dazwischen das echte Leben - doch so richtig spürbar und greifbar wird sie nicht.


Was spürbar wird ist das Scheitern dieser Beziehungen. Die Zwangsneurose, das Sterben einer Freundschaft, der Verrat, die Untreue usw. Die Erzählungen sind an sich meisterhaft, nur haben sie diesmal wenig in mir zum Schwingen gebracht. Vielleicht, weil sie zu real waren? Weil es alltäglich ist, dass Eltern den Kontakt zu ihren Kindern verlieren? Weil es zu alltäglich ist, dass Menschen einander betrügen und verlassen? Ein Happy End haben nur zwei der Geschichten. Und auch diese haben eine Schattenseite.


Wer liest um sich aus der Wirklichkeit ein bisschen davonzustehlen, wird mit Bernhard Schlinks Erzählband "Liebesfluchten" nicht glücklich werden. Wer allerdings Fiktion mit Realitätsgehalt mag, der wird diese Geschichten mögen. Ich muss mich leider (aktuell) eher zur ersten Gruppe zählen.

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