• K. Werner

Manche Bücher sind ein Irrtum

Welcher Bücherwurm kennt das nicht: Man liest das Buch eines Autors und möchte kaum dass man fertig ist schon das nächste lesen. Oder man kauft sich gleich vorsorglich zwei von einem Autor. Zuversichtlich, dass einem auch das erste gefallen wird. Manchmal ist das aber ein riesengroßer Irrtum. Auch ich irre mich. Heute mal meine Worte zu einem Buch, das ich nicht noch einmal lesen würde.

Als ich in Wien zu studieren begann lebte ich in einem Studentenheim in der Strudlhofgasse. Gleich daneben ist die Strudlhofstiege, die den oberen Teil des 9. Bezirkes mit dem unteren Teil verbindet. Da ich dort lebte sah ich es als meine Pflicht an Heimito von Doderers Roman "Die Strudlhofstiege" zu lesen. Gelesen hab ich das gute Stück allerdings zu einer Zeit als ich bereits nicht mehr in der Strudlhofgasse gelebt hatte. Trotzdem war es eine angenehme Leseerfahrung. Eine Erinnerung an die Umgebung meiner ersten Zeit in Wien.


Die Strudlhofstiege ist ein Roman von beträchtlichem Umfang. Viele Charaktere, die miteinander verknüpft sind und in Dodererscher Manier ein Unglück am Ende, auf das die Geschehnisse zustreben, und welches den verworrenen Knoten der Beziehungen auflöst. Mir hat die Lektüre gut gefallen, weshalb ich mir "Die Wasserfälle von Slunj" zulegte. Dieser letzte vollendete Roman von Doderer funktioniert ähnlich. Im Zentrum steht die Familie Clayton, Industrielle aus England, die sich in Wien niederlassen um hier das Kontinentalgeschäft auszubauen. Viele Charaktere sammeln sich um diese Familie an. Die Abendveranstaltungen, die sie besuchen. Die Reisen, die sie tätigen. Am Ende steht ein Unglück, bei dem die Erzählstränge, die manchmal durch schnelle Zeitsprünge zerrissen sind, wieder zusammenlaufen.


Ich habe an die zwei Jahre gebraucht um das Buch zu lesen. Am Anfang war ich noch gespannt und hab mich gefragt, wann denn die Geschichte so richtig in Fahrt kommt... zur Mitte hin dachte ich mir...uh das wird zäh...gegen Ende: Wann ist es endlich aus? In den Ferien in Kroatien am Pool hab ich es dann endlich geschafft es fertig zu lesen. Meine Eindrücke hab ich mit meinen Freunden geteilt, mit denen wir dort waren. DAbei erhielt ich einen Rat, der goldwert ist: Frauen ab dreißig müssen die Bücher, die sie begonnen haben zu lesen nicht mehr fertig lesen. Dafür ist das Leben einfach zu kurz.


Ich werd mir das beim nächsten Mal zu Herzen nehmen, sollte mir ein Buch nicht gefallen, das mir in die Hände fällt und gebe diesen Rat auch gerne an euch weiter. Laos: Nutzt die Zeit die ihr habt. Lest Bücher, die euch gefallen und legt die weg, bei denen die Magie fehlt.


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