• K. Werner

"Mein bester Freund Bob" - Katzenphilosophie

Sind Katzenbücher besser als Hundebücher? Kommt es auf den Menschen an? Katzenliebhaber oder Hundefan? Heute im Test: "Mein bester Freund Bob" von James Bowen.

"Mein bester Freund Bob" habe ich in der Kinder- und Jugendbuchabteilung in einem Buchgeschäft am Linzer Bahnhof gefunden. Das Buch erzählt die Geschichte vom roten Tigerkater Bob und dem ehemals drogenabhängigen Straßenmusiker James Bowen. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe verstehe ich überhaupt nicht wie man dieses Buch im Kinder- und Jugendbereich platzieren kann. Warum? Die Geschichte hinter diesem Buch (und offenbar einigen Vorgängerbüchern, die aber spurlos an mir vorüber gegangen sind) ist mit der Drogensucht des Autors doch etwas heftig. Diese unkommentiert zu lesen ist in meinen Augen bedenklich.


Das Buch ist für Kinder und Jugendliche aus mehreren Gründen nicht geeignet. Zum einen wird im Buch die Hintergrundgeschichte wenig bis kaum beleuchtet. Kurz gesagt: Die Katze tritt in das Leben von James und ändert alles. War es wirklich so leicht? Kaum vorstellbar. War sie wirklich die Lösung? Wenig wahrscheinlich. Eher zu glauben: Sie war die Hoffnung auf ein besseres Leben, die den Anstoß dazu gegeben hat sich all den Dämonen der Vergangenheit zu stellen. Ich finde es schön für James Bowen, dass sich diese Hoffnung auch in Realität verwandelt hat. Sie scheint aber magisch wie über Nacht gekommen zu sein, was vermutlich nicht der Fall war.


Zum anderen erzählt dieses Buch keine Geschichte, sondern liefert eine Reihe kleiner philosophischer Bemerkungen. Kinder diese Geschichten alleine lesen zu lassen wird zum einen für die Kids vermutlich ziemlich langweilig sein, zum anderen fehlt vermutlich der Konnex zum eigenen Leben und eine Reflexion über das Gelesene um damit auch umgehen zu können.


Ich mag Katzen sehr gerne...ich hatte selbst mal eine als ich noch bei meinen Eltern wohnte. Daher kann ich den Zauber und die Weisheit, die diese Wesen besitzen und auf uns Menschen ausstrahlen durchaus nachvollziehen. Nicht ohne Grund haben schon die alten Ägypter diese Tiere verehrt und ihnen eine besondere Stellung zugeschrieben. Wird diese Magie in "Mein bester Freund Bob" eingefangen? In meinen Augen leider nicht. Zum Teil liegt dies auch am verwendeten sprachlichen Stil, mit dem ich wenig bis nichts anfangen kann. Trotz allem wünsche ich James Bowen, dass Bob ihn auf seinem neuen Weg hält.

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