• K. Werner

"The Sense of an Ending" - Julian Barnes

Enden gehören zum Leben dazu wie die Anfänge. Julian Barnes widmet sich diesen Enden mit unerwartetem Ausgang.

"The Sense of an Ending" war zwar Teil meiner Urlaubslektüre Anfang Juli. Das Buch passt aber eigentlich besser zu Ende August, Anfang September. Jenem Zeitpunkt, wenn man spürt, dass der Sommer sich zu Ende neigt und einem der Herbstduft der Vergänglichkeit um die Nase weht.


Barnes beschäftigt sich - wie der Titel es schon sagt mit dem Sinn des Endes. Er beginnt ganz locker zu erzählen von Tony Webster, seiner Klique und den letzten Teenagerjahren in der Schule. Von der Uni, den ersten sexuellen Experimenten, dem Ausprobieren. Dazwischen auch etwas von der Arroganz der Jugend, wie wir sie alle vielleicht hatten als wir uns wie Königinnen und Könige der Welt gefühlt haben.


Dazwischen: Das Ende der jugendlichen Freunschaftsbande. Das Ende der ersten richtigen Beziehung, die Tony hatte. Das Ende seiner Ehe. In diesem normalen Leben, das ganz gewöhnlich läuft gibt es einen Punkt, der zum Dreh- und Angelpunkt des Buches wird: Der Selbstmord seines Freundes Adrian Finn, eines höchst begabten jungen Mannes, der mit Adrians Ex-Freundin liiert war. Wir mögen Tony und sein normales Leben. Er ist ein guter Kerl. Erst Jahre später geht uns dieses Bild verloren. Tony wird durch eine unerwartete Erbschaft auf seine Vergangenheit gestoßen, mit der er sich nun auseinandersetzen muss. Einer Vergangenheit, die ihn enttarnt. Wie Tony begreifen wir lange nicht worum es wirklich geht und die Zusammehänge lösen sich erst kurz vor Ende der 150 Seiten auf.


Die liebsten Sätze des Buches finde ich am Schluss: "There is accumulation. There is responsibility. And beyond these, there is unrest. There is great unrest." Diese Unruhe ist es auch, die "The Sense of an Ending" von Julian Barnes bei mir hinterlässt. Diese Unruhe eines bevorstehenden, unaufhaltsamen Endes, welche dieselbe Unruhe ist, die vor jedem Neubeginn steht.



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