• K. Werner

"Tod am Semmering" - Beate Maly I.

Passend zum Themenschwerpunkt Wien in der Zwischenkriegszeit erfährst du heute mehr über Beate Maly's Krimi "Tod am Semmering"

Der Semmering und insbesondere die Hotels Panhans und das Südbahnhotel waren in der Zwischenkriegszeit der Inbegriff der modänen Sommerfrische. Gerade in letzter Zeit erfährt das Urlaubsdomizil Semmering wieder einen Aufschwung - ob dies ein gutes Zeichen oder . Das Hotel Panhans, das Schauplatz des Krimis ist, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nachdem die kaiserliche Familie, das intellektuelle Österreich der Zwischenkriegszeit (darunter Kokoschka und Zweig) ebenso wie während der NS-Zeit die NS-Granden dort ihre Sommerfrische verbracht haben wurde das Hotel 1969 geschlossen und erst zehn Jahre später wieder peu á peu revitalisiert. "Tod am Semmering" lässt das Panhans in seinem ehemaligen Glanz auferstehen. Der Krimi ist jedoch nicht im Sommer, sondern in den kalten Januartagen des Jahres 1922. Der Erste Weltkrieg ist gerade einmal vier Jahre her, die Nachwehen sichtbar in der Armut der Bevölkerung und den Invaliden auf der Straße nach wie vor sichtbar. Im Prolog wird auf die Grauen des Krieges 1917 im Isonzotal reflektiert.


Die Lehrerin Ernestine lädt nun ihren Bekannten, den Apotheker Anton Böck, im Jänner 1922 dazu ein sie zu einem Tanzkurs im mondenän Hotel am Semmering zu begleiten. Die Karten wurden ihr von einer ehemaligen, wohlbetuchten Arbeitgeberin geschenkt.


Welten prallen dort aufeinander - die Mittelschicht mit Ernestine und Anton, die Unterschicht der Hotelbediensteten und die neue Oberschicht der Industriellen und Militärs - jener, die den Krieg nicht nur überlebt, sondern sich auch noch an ihm bereichert haben. Die Spannungen werden beim Abendessen spürbar, bei dem sich vor allem ein Generaloberst als besonders unangenehmer Zeitgenosse entpuppt. Kurz darauf wird er ermordet. Wer war es? Die Jagd nach dem Mörder beginnt in einem Hotel, das durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten ist.


Mein Fazit: Ein kurzweiliger Krimi, der Spannung und historisches Ambiente verbindet, sich aber manchmal sogar darin verliert. "Tod am Semmering" von Beate Maly ist auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die in das Wien der 1920er Jahre eintauchen möchten und das Ambiente dieser besonderen Zeit genießen möchten und ihre Portion Spannung bis zum Schluss brauchen.



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