• K. Werner

"Tyll" - Die Geschichte eines Narren

Passend zum Faschinsdienstag und damit dem Höhepunkt der Narrenzeit schreibe ich heute über Daniel Kehlmanns Roman "Tyll"

In seinem Roman "Tyll" erzählt Daniel Kehlmann die fiktive Geschichte des Tyll Ulenspiegel. Der Roman beginnt nicht mit Tylls Kindheit sondern einer Szene aus der Mitte seines Lebens. Ein vorerst unbekannter Erzähler beschreibt wie Tyll in die Stadt kam und dort seinen Schabernack mit den Menschen trieb. Tyll wurde dabei zum Vorboten des sich durch ganz Europa bewegenden Krieges.


Kehlmanns Erzählung ist dabei Fiktion, angereichert mit ein paar historischen Fakten. Kunstvoll sind Phantasie (Eulenspiegel ist eine Figur, die bereits im 14. Jh auftaucht und nicht erst im 17.) und Realität (die historischen Geschehnisse um den 30 jährigen Krieg) miteinander verwoben. Jedes Kapitel wird aus einer anderen Perspektive erzählt. Fragmente, die sich erst nach und nach zu einem Bild zusammenfügen. Ein Happy End gibt es dabei nur für wenige. Die meisten Figuren werden Opfer von Gewalt.


Die fragmentarische Erzählweise, die mich an "Guernica" von Picasso erinnert hat, machte es mir am Anfang schwer mich zurechtzufinden. Gegen Ende bekommt man aber dadurch fast Lust "Tyll" noch einmal zu lesen um die anderen Bruchstücke der Erzählung mit dem Licht des Wissens über die anderen Teile des Gesamtbildes zu erhellen. Kehlmann zeigt somit in "Tyll" große, empfehlenswerte Erzählkunst.




5 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen